meine bessere hälfte ist bekannt dafür, dass er, wenn er gefragt wird, erklärungen gern sehr ausführlich gibt. meine kinder haben im laufe der zeit gelernt, wenn sie etwas wissen möchten, keine fragen (mehr) zu stellen, wenn sie nicht, gefesselt von der erkenntniss: – ah, es gibt (auf)klärungsbedarf, für 4 - 5 stunden darüber informiert, nein, belehrt werden wollen, wie es sich verhält, im zusammenhang mit der didaktischen analyse der sich begegnenden mengen in relation zu dem politischen diskurs in abstrakten zusammenhängen zwischen kunst, kultur und dem nibelungeschatz bei 30° im schatten. man nennt ihn nicht umsonst den "grossen monolog". seit einigen seiner vorträge können sie ihre fragen via internet beantworten. wahrscheinlich war das der erwünschte lernerfolg. zur abendlichen entspannung spielt unsere familie immer gern mal wieder Pétanque, es ist sogar so, dass die kinder inzwischen regelrecht "süchtig" danach sind. vor einiger zeit meinte der jüngste: "sach mal... eigentlich müsste man hier doch mal so ein richtiges turnier ausrichten lassen." der bruder daraufhin: "ja. gute idee. nur irgendwie wird das nichts werden." "wieso? das musst du erklären", daraufhin der kleine. "na, auf der einladung steht dann: Pétanque turnier...beginn 9.00 uhr, eröffnungsrede von ihm (blick zur besseren hälfte) mit erklärungen zum spiel und seinen regeln, geschichte, kulturellem hintergrund im spiegel der zeit und geschichtliche wichtigkeit der bildenden kunst beim abstoss der kugel. 16.30 uhr start der spiele...meinst du, da kommt wer?" ...
Der Meister und der Lehrling
von
Andrew St. Clair unter CC
Erwischt. Ich bekomme auch immer nur Augenrollen von meinen Kindern, wenn ich zu einer Erklärung ansetze.
Hat sich mein Vater zu Ihnen verirrt? Ich wähnte ihn im Urlaub in Italien, aber vielleicht ist er ja bei Ihnen?
Ich darf aber alle mitlesenden Väter trösten: je älter ich werde, desto mehr weiß ich die Bemühungen meines Vaters zu schätzen.