für unsere kinder auf dem dorf ist es etwas natürliches, mit tieren aufzuwachsen. man geht mit ihnen um, pflegt sie, füttert sie und manchmal landen sie auch im topf. auch wird das thema "sport" hier grossgeschrieben. pferdesport. nein, nicht wie auf der rennbahn in der stadt, sondern schön moderat in alter jeans über koppeln und zäune. manchmal sind auch besucher oder urlauber hier zu gast. so wie neulich, als eine familie aus der benachbarten grossstadt mit ihrer 10-jährigen tochter bei einem unserer bauern ferien machte. sie

schaute mit grossen augen den nachbarskindern vom zaun aus zu, wie sie mit ihren pferden auf der nachbarkoppel hin- und herritten. irgendwann bemerkte sie eines der kinder auf dem pferd und fragte sie: "kannst du reiten?", was sie traurig verneinte."wenn du magst, dann kannst du morgen gern herkommen. dann kannst du es auch mal versuchen", sagte man ihr. voller freude lief sie nach hause. am nächsten nachmittag war sie in begleitung ihrer muttter pünktlich zur stelle. bekleidet mit einer kompletten turnierausstattung aus elegant schwarzem samt. in frack mit rüschenbluse, reiterhelm, peitsche und lederstiefeln, schwenkte sie ihren neuen helm und rief:" meine mutter hat heute morgen noch schnell die richtige bekleidung besorgt. es kann nun losgehen..."
photographie: Pseudofilosof CC
die ihre städtischen Töchterleins ansonsten in die Eiskunstlaufkarriere schicken? Oder ein bißchen zuviel in die Ferne sehen? Im Vorabendprogramm.
Haben Sie überhaupt einen Topf, der groß genug für das Pony ist? Oder wird das am Spieß geröstet? ;-)
Stil kann nie schaden.
Wobei diese Reiterszene, selbst auf dem Dorf, eine Sache für sich ist.