hühnersuppe
einmal im jahr fahren wir in die grosse stadt. wir – die handvoll frauen hier. dann verlassen wir für zwei, drei tage unsere lieben.
es ist jedes mal ein heidenspass, jenseits des alltags mit haushalt, garten und familie, nur das zu tun, worauf man lust hat – ohne pflichten.
so auch dieses mal. wir verabschiedeten uns von unseren familien und fuhren los in richtung stadt. dort angekommen, machte uns unsere "vorsitzende" darauf aufmerksam, dass sie nicht, wie in den jahren davor, eine billige pension gemietet hätte. nein, sie hätte, dank des internet, ein kleines, romantischen häusschen gefunden, dass preislich ganz erträglich wäre. es läge direkt in der altstadt, neben ein paar kleineren lokalen. zunächst waren wir etwas skeptisch, doch als wir dann davor standen, gab es kein halten mehr. ein wundervolles fachwerkhäuschen, liebevoll herausgeputzt, erwartete uns. auf dem küchentisch zum empfang sekt und canapes und im oberen geschoss ein mit grünpflanzen und kerzen üppig dekoriertes bad mit einem grossen whirlpool. da waren wir nun. und mit einem mörderischen gekreische stürmten wir die zimmer. unsere frau vorsitzende rief : "zieht euch aus, bringt den schampuss mit, ich mach schon mal den pool klar." da standen wir nun, kampfklasse legehenne, im vorraum zum himmel und gossen uns ein glässchen auf diesen abend ein. wir fühlten uns jung, wir fühlten uns verrucht... unsere freundin meinte noch, da gut vorbereitet, hätte sie einen wirklich exclusiven badeschaum besorgt und stiess mit uns an. einen kurzen moment später dann ein schrei. "mist, da kriecht was unter der tür durch....", die eiligst aufgerissen wurde und zu unserem entsetzen sahen wir, dass das komplette bad deckenhoch mit schaum befüllt war. lampen, kerzen, pflanzen ... alles unter seife. der pool blubberte nicht, er keuchte, nein, röcheln wäre wohl treffender. dabei spie er unentweg neue blasen. voller panik fragte eine andere: "um himmels willen, wieviel von dem zeug ist da drin?" "na, die ganze flasche" war die antwort.
wir konnten nur noch, um das schlimmste zu verhindern, das fenster aufreissen und den laut lachenden passanten völlig hysterisch schaumkronen verpassen. ach ja. das "gebläse" abzustellen ist uns in dem moment nicht eingefallen...




monopixel am 23.Aug 09
Hahaha, wie geil. Haben Sie den Rest des Hauses noch in Schutt und Asche gelegt, bevor Sie heimgefahren sind?

frau braggelmann am 23.Aug 09  |  Permalink
für schutt und asche ist meine bessere hälfte zuständig (form follows function) ...und, man soll ja männern nie ins hobby funken :-)

caterine bueer am 23.Aug 09
Hühnersuppe mag ich
ja gerne. Auch wenn sie, von Grossmutter gekocht, alles andere als schlank macht. Weil die nämlich eine fette alte Henne nimmt. Man kennt das ja: Fett als Geschmacks- und was sonst noch alles -träger. Doch nachdem ich den amüsanten Text gelesen und zu Ende geschmunzelt habe, mit diesen ganzen in die Tage gekommenen gackernden "Legehennen" da drinnen in diesem Sündenpool, frage ich, so von Frau zu Frau: "Hühnersuppe"? Das führt die Guhgelsucher doch in die Irre. Die suchen doch Schlankmacher. Oder etwa nicht?

vert am 24.Aug 09
da sie dorthin wohl nicht mehr zurück kehren dürfen und zu ihrer eigenen sicherheit: ohne pool.
(wenn es denn mondän genug ist. oder in der richtigen stadt.)

frau braggelmann am 24.Aug 09  |  Permalink
jaaaaaaaa
genau so !!!
ich kenne da einige ganz hinreissende ganghäuser ( auch zum mieten) . habe selbst mal in einem dort in der engelsgrube eine zeit lang gewohnt....irgendwann...irgendwann

danke für den tip. zeit für einen kurztripp :-))))

jean stubenzweig am 25.Aug 09  |  Permalink
Wollen Sie,
werter Vert, etwa behaupten, dort Eingang gefunden zu haben?! Geschweige denn Schlaf? Eim Bett in der erforderlichen Länge paßt doch in diese niedliche Puppenstube gar nicht rein.

Aber einen Nerv haben Sie mit Sicherheit getroffen bei Frau Braggelmann. Mir war zugetragen worden, sie verkrieche sich am liebsten in solche Mauselöcher.

vert am 25.Aug 09  |  Permalink
eingang, aufgang und rem-abgang.
ich hab's sogar vier tage dort ausgehalten. die last war nicht allzu groß.